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In diesem Unterverzeichnis werden wir jeweils einen Zwischenbericht unserer Reise publizieren. Es lohnt sich also regelmässig reinzuschauen, vielleicht haben wir wiedermal in die Tasten gehauen. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre:

29. März 2008

Weltreise 2007/2008 - letzter Akt (leider)

Von Krabi aus ging es weiter Richtung Süden nach Pak Bara, einem kleinen Fischerdorf, welches tagsüber nur so von Touristen wimmelt und abends wie ausgestorben ist. Pak Bara ist für viele, wie auch für uns, nur ein Zwischenstopp, um mit der Fähre nach Tarutao oder Ko Lipe zu jetten. Bevor wir uns jedoch diesem Touristenstrom anschliessen konnten, hiess es  zuerst noch ab nach Malaysia, um unser thailändisches Visum zu verlängern. Mit dem Pass bewaffnet erreichten wir nach einer Stunde Taxifahrt die Grenze. Während der Taxifahrer in Malaysia den Benzintank seines Autos auffüllte, machten wir zu Fuss einen kleinen Postenlauf. Ausreisestempel beim thailändischen Zöllner, 50 Meter laufen, Einreisestempel beim malaysischen Zöllner, ums Gebäude laufen, Ausreisestempel von Malaysia, 50 Meter laufen und last but not least Einreisestempel von Thailand in den Pass. Nach gut 15 Minuten hatten wir unser Visum um einen halben Monat verlängert. Das Beste am Ganzen war, dass uns die Zöllner mit einem Lächeln auf den Lippen praktisch noch persönlich den Weg zeigten. Nachdem wir den Stempel in der Tasche hatten ging es zurück nach Pak Bara und von dort aus in einem völlig überfüllten Speedboat nach Tarutao, der Hauptinsel des Tarutao Nationalparkes. Die Nacht auf Tarutao verbrachten wir in einem sehr einfachen aber idyllisch gelegenen Bungalow direkt am Meer. Ein richtiger Geheimtipp, da sich vor allem für einmal der Touristenauflauf sehr in Grenzen hielt, herrlich! Am nächsten Tag mussten wir uns dann von unseren zwei Mitbewohnern Geko Max und Moritz verabschieden und mit dem Speedboat weiter nach Ko Lipe fahren, ebenfalls eine Insel des Tarutao Nationalparkes. Glücklicherweise hatten wir in Ko Lipe ein Zimmer reserviert, da alles zahlbare ausgebucht zu sein schien. Doch entgegen all unseren Befürchtungen war diese Insel nicht mit Touristen  überfüllt und man fühlte sich nicht wie im Bienenhaus. Im Gegenteil, wenn man zu Fuss auf Erkundungstour ging, passierte man immer wieder kleine Dorfsiedlungen von Einheimischen und es reihte sicht nicht ein Hotelkomplex an den anderen. Wenn sie auch noch das Problem mit dem Abfall in den Griff kriegen wäre Ko Lipe ein Paradies mit wunderschönen Sandstränden und klarem, türkisblauem Wasser.

Kayakfahren stand schon immer auf unserer to do Liste und so mieteten wir uns ein solches Gefährt und umrundeten damit die Insel. Uff, das ist ja anstrengender als es aussieht und braucht einige Ausdauer. Zum guten Glück hatte Pietsch etwas mehr Durchhaltevermögen als Chrigi, sonst wären wir sicherlich heute noch am paddeln.... Ein kleiner Sonnerbrand war jedoch der Preis für rund 5 Stunden ohne T-Shirt auf dem Wasser.

Nach diesem kleinen aber sehr lohnenswerten Abstecher ging es in einem Schnurz von der West- an die Ostküste nach Surat Thani. Surat Thani ist eigentlich nicht wirklich sehenswert, denn diese Stadt wird von vielen Touristen als Durchgangsstation verwendet, um mit der Fähre nach Ko Samui zu gelangen. Wir liessen uns jedoch etwas Zeit und beschlossen in dieser Stadt einen Tag zu bleiben. Uns wurde schnell bewusst, dass die meisten Touristen hier wirklich nur durchreisen und nicht länger als ein paar Stunden verweilen. Eigentlich gefiel uns diese Tatsache recht gut, da dadurch viele Dinge recht günstig waren, so auch unser recht luxuriöses Hotelzimmer. Mühsam wurde es nur dann, wenn wir auf dem Nightmarket etwas zu essen kaufen wollten, jedoch nicht lesen konnten was da verkauft wurde oder als wir ein Restaurant zum Frühstücken suchten, dabei aber nicht fündig wurden oder diese erst um 10.00 Uhr öffneten. Verhungert sind wir aber zum guten Glück nicht....

Unsere nächste Station hiess dann Ko Samui, die bei vielen bekannte Ferieninsel. Auch für uns waren hier „Ferien“ geplant, sozusagen Ferien von den Ferien machen....In einem neuen Luxushotel, dem Dara Samui, bezogen wir unser Domizil für eine Woche. Ein Traum, wir fühlten uns hier wie im Paradies und wurden wie Könige behandelt, jeder Wunsch wurde uns von den Augen abgelesen. Unser Tagesablauf sah folgendermassen aus: Sich beim Frühstück den Bauch voll schlagen, sich im Hotelzimmer etwas von dieser Anstrengung erholen, an den Beach gehen und sich die Zeit vertreiben mit sünnele, bädele, lesen, relaxen und massieren lassen. Am Abend hatten wir es dann meistens recht streng. Vor dem Nachtessen mussten wir jeweils beim Schneider vorbeigehen, um das massgeschneiderte Kleid bzw. den massgeschneiderten Anzug anzuprobieren. Immer diese Termine....

Es ist unglaublich wie die Zeit vergeht. Wir haben das Gefühl, dass wir erst gerade hier angekommen sind. Doch es ist nicht mehr zu verdrängen, dass wir morgen Sonntag unsere sieben Sachen wieder zusammenpacken und zurück nach Bangkok müssen, wo sehr bald unser Flieger back home to Switzerland abhebt. Doch bevor wir in dieses Flugzeug steigen, heisst es nochmals so richtig shoppen in Bangkok und unserer Rucksäcke bis zum absoluten Limit voll zu packen, wir hoffen nur, dass wir kein Übergepäck haben werden.... Ach ja, wann wir wirklich nach Hause kommen, wissen nur die Götter, denn mit unseren Erfahrungen mit Fliegen ist alles möglich. Insbesondere wenn unsere Rückreise über London Heathrow geht.

Die letzten Fotos unserer Weltreise 2007/2008 sind hier zu entdecken.

16. März 2008

Autoverkauf (Teil 2) - Wiedermal eine Nacht auf dem Flughafen - und die Freude an Thailand entdeckt

Beginnen wir diese News mal mit einem Nachtrag zum Autoverkauf in Melbourne. Der ominöse Reisende hätte also am Mittwochabend bzw. rund 18 Stunden bevor wir Australien verlassen sollten von Tasmanien zurück sein und das Auto am Schiffterminal übernehmen sollen. Am Dienstagabend kam dann die Hiobsbotschaft seine Frau sei im Spital und er könne erst anfangs der folgenden Woche nach Melbourne kommen! Sch..... Unser ganzer Plan ging in die Hosen und unser Geld schien verloren zu sein. Am nächsten Tag prüften wir ernsthaft die Autohändler und es sah noch schlechter aus als erhofft. Mehr als 500 läppische Dollar wollte keiner offerieren. Zum guten Glück waren Heinz und Rachel noch da! Wir entschieden uns, das Auto keinem Händler zu überlassen und auf die Rückkehr des ominösen Reisenden zu warten. Da wir dann schon in Thailand sein werden boten sich Rachel und Heinz an, uns zu helfen. Der potentielle Käufer erschien aber auch am Termin in der Folgewoche nicht! Irgendwie waren wir einfach zu gutgläubig oder zu geldgierig, denn eine weitere Preisreduktion im Internet wäre sicher vielversprechender gewesen. Rachel und Heinz liessen dann aber nicht locker und haben anstatt das Auto einem Händler zu überlassen das Online Inserat reduziert. Den genauen Ablauf wissen wir selber noch nicht, gemäss Rachel haben sie jedoch das Auto für 2,000 Dollar ausgeschrieben und ihr Telefon sei heiss gelaufen und zwischenzeitlich auch verkauft! Alles in allem sind wir so noch viel besser gefahren als wenn wir etwas gemietet hätten, aber trotzdem hat es uns mehr gekostet als wir uns erhofft haben. Lieber Heinz, liebe Rachel HERZLICHEN DANK für eure Unterstützung, ohne diese wären wir einem profitgierigen (sorry Sam) Händler ausgeliefert gewesen.

Am Donnerstagmorgen brachten uns Rachel und Heinz noch an den Flughafen und eigentlich hätten wir um 14.00 Uhr Australien verlassen sollen... Beim Einchecken wollten sie uns nicht ausreisen lassen, da wir kein Visum für Thailand für mehr als 30 Tage hatten und zusätzlich wollten sie uns noch Geld abzwacken für Übergepäck. Unglaublich! Das Übergepäckproblem haben wir gelöst in dem wir unser Zelt vom Rucksack abmontierten uns als Handgepäck qualifizierten. Da wir aber ein Zelt nicht in den Fliegen nehmen durften, konnten wir es als separates Gepäckstück aufgeben ohne Kostenfolge. Da soll noch jemand drauskommen. Das Visumproblem haben wir gelöst, in dem wir ihr erzählt haben, dass wir sofort nach Vietnam weiterreisen. Das war dann auch kein Problem mehr. Aber es kam ja noch viel schlimmer. Der Flieger war kaputt und nach mehrmaligen verschieben wurde der Flug dann gecancelled und auf 06.00 Uhr am nächsten morgen verschoben. Da angeblich keine Hotelzimmer in Melbourne frei waren, blieb uns nichts anderes übrig, als wiedereinmal auf dem Flughafen zu übernachten. Am liebsten hätten wir im Abflugterminal unser Zelt aufgestellt.

Als wir dann in Thailand angekommen sind, traf uns fast der (Hitze)schlag. Unglaublich warm und schwül war es in Bangkok, so dass wir im Hotel sofort unter die Dusche huschten. Die nächsten Tage verbrachten wir mit Sightseeing in dieser riesigen Stadt und freuten uns, dass hier alles viel billiger ist, als die letzten Monate in Australien. Die Thai's sind schon Weltmeister im Markenartikel fälschen und so war Chrigi bald stolze Besitzerin einer Oakley Sonnenbrille für ca. 6 Franken - zwischenzeitlich ist der Rahmen aber schon gebrochen.... Wir freuen uns aber trotzdem, nochmals nach Bangkok zurückzukommen. Vielleicht gibt es ja dann für Pietsch noch eine Führerschein von Californien oder einen Studentenausweis einer x-beliebigen Universität.

Ganz besondere Freude macht uns auch die thailändische Küche, so dass wir nicht nur viel essen, sondern auch  in Ko Lanta einen Kochkurs absolviert haben. Die erste Thaimassage haben wir uns auch schon am ersten Abend gegönnt (Kostenpunkt 3 Franken für 30 Minuten).

Von Bangkok führte uns unsere Reise in den ersten beiden Wochen nach Kao Lak, Phuket, Ko Phi Phi, Ko Lanta und Krabi. In der Badedestination Kao Lak gibt es 3 Jahre nach dem verherrenden Tsunami keine Hinweise mehr auf diese Katastrophe, welche soviele Menschenleben gekostet hat. Alles Resorts sind wieder aufgebaut und gemäss Auskunft habe es heute bereis wieder mehr Touristen als vor dem Tsunami.

Die Insel Phuket haben wir dann mehrheitlich mit ÖV und zu Fuss erkundet und festgestellt, dass es nicht nur geldgierige Thais gibt, denn wir wurden auch gratis mitgenommen, wenn wir mal irgendwo zu Fuss dem Strassenrand entlang gewandert sind, weil einfach kein Bus kommen wollte.

Auf der Insel Koh Phi Phi, welche vor allem in Taucherkreisen einen Namen hat, sind wir dann Schnorcheln gegangen und haben soviele farbige Fische gesehen, wie sonst nur im Aquarium. Eine mühsame Augenentzündung von Pietsch hinderte uns aber an der Teilnahme am Nachtleben, da Pietsch seine Augen nicht mehr offen halten konnte und Chrigi ihn mehrheitlich führen musste. Weiter ging unsere Reise dann nach Ko Lanta, eine schöne Insel, welche touristisch noch in den Kinderschuhen steckt und nicht sehr viel zu bieten hat. Dafür haben wir ein schönes Bungalow für 20 Franken mieten können, nachdem wir auf Koh Phi Phi für mehr Geld in einem Loch genächtigt haben.

Obwohl uns von der Stadt Krabi abgeraten wurde, fuhren wir trotzdem dahin und haben diesen Schritt nie bereut. Die Stadt an sich bietet nichts, dafür ist es eine gute Ausgangsstation, um die Provinz Krabi zu entdecken und der tägliche Abendmarkt mit den vielen lokalen Spezialitäten ist eine Wucht. Unsere Ausflüge führten uns auf die Insel Ko Tapoo, welche besser unter dem Namen James Bond Island bekannt ist (der Mann mit dem goldenen Colt wurde dort gedreht), den Phang-Nga Nationalpark, die Badedestinationen Railay und Ao Nang sowie auf eine Bootstour zur Chicken Island und Hong Island.

Morgen fahren wir nun weiter in den Süden und hoffen, mit einem Tagesausflug nach Malaysia unser Visum für Thailand verlängern zu können, so dass wir dann irgendwann auch wieder ausreisen können.

Bilder von unserer ersten Erlebnisse in Thailand sollten unter diesem Link zu finden sein.

26. Februar 2008

Great Ocean Road, Melbourne, Sydney, Regen und die Story eines Autoverkaufes

Der Grampians Nationalpark führte uns wiedereinmal weg von der Küste und hoch in die Berge – wenn man den australischen Unebenheiten wirklich Berge sagen kann. Schon bei der Ankunft auf unserem Campingplatz wurden wir von Emu’s begrüsst und am Abend verköstigte sich eine ganze Sippschaft von Kängurus am wunderbaren Rasen. Die unzähligen Kookaburras und Papageien wurden von uns bestaunt und fotografiert – aber schon am nächsten Morgen war die Freude an diesen Viechern vorbei. Ab dem ersten Tageslicht (ca. 06.00 Uhr) hatten sie Flugunterricht und über unserem Zelt war wohl das Klassenzimmer und alle Vögel hatten etwas zu erzählen... Unsere beiden Wanderungen führten uns zu den balconies sowie den pinnacles (schon wieder...). Es ist schon erstaunlich, wie bevölkert ein Aussichtspunkt sein kann, wenn man mit dem Auto auf wenige Kilometer heranfahren kann. Wir sind natürlich im Dorf gestartet und waren schon beim Parkplatz müde. Die Aussicht hat sich dann aber trotzdem gelohnt.

Bevor wir dann Richtung Great Ocean Road fuhren, übernachteten wir im historischen Dörfchen Port Fairy und mussten zum erstenmal für den Gasgrill bezahlen – eine Seltenheit hier in Australien. Am nächsten Tag geschah etwas unglaubliches: Es war bewölkt und die dunklen Wolken versprachen nichts Gutes. Als wir uns den 12 Aposteln näherten, fing es doch tatsächlich zu regnen an! Obwohl es bald wieder aufhörte, blieb der Himmel verhangen und schöne Fotos drohten auszubleiben. Wir entschieden uns, in der Mitte zu übernachten, denn schliesslich kann es nicht zwei Tage hintereinander schlechtes Wetter sein. Am späteren Nachmittag klärte es dann etwas auf und die vielen asiatischen Bustouren deuteten darauf hin, dass hier etwas ganz spezielles sein muss. Von den 12 Aposteln sind zwar schon sechs dem Salzwasser und den Winden zum Opfer gefallen, so dass nur noch der Name auf die ursprüngliche Anzahl hinweist, doch dafür gibt es immer wieder neue Sehenswürdigkeiten, die von der Natur geschaffen werden. In der Dämmerung gingen wir dann zurück zu den Klippen und bewunderten das Spektakel, wenn die vielen Pinguine sich ans Land wagen und sich im warmen Sand einbuddeln und übernachten.

Der nächste Tag war dann die grosse Überraschung für uns. Es regnete ununterbrochen und wir entschieden uns, nach Melbourne durchzufahren!

In Melbourne erkundeten wir uns zum erstenmal betreffend Autoverkauf und stellten fest, dass Geld investiert werden muss, wenn wir unsere Kiste zu einem guten Preis verhökern wollen (roadworthy nennt sich das). Also liessen wir uns einen Kostenvoranschlag machen und für rund 800 Dollar sollten wir eine neue Frontscheibe (ein kleiner Steinschlag, welche die Sicht überhaupt nicht behinderte, schränkt die Verkehrssicherheit gemäss den Victorianern ein), neue Bremsen, 2 neue Auspufftöpfe, 2 neue Scheibenwischblätter sowie 2 neue Reifen erhalten. Unser kleines Ölleck der Servolenkung war in diesem Kostenvoranschlag nur mit einem Fragezeichen aufgeführt, da der Mechaniker noch kein Occasionsersatzteil auftreiben konnte und er deshalb den Preis noch nicht wisse. Wir entschieden uns das Auto reparieren zu lassen. Als wir am Abend zurück waren und uns die Rechnung präsentiert wurde, traf uns schier der Schlag. Der liebe Mechaniker hatte leider kein Occasionsersatzteil gefunden und musste deshalb ein neues Teil einsetzen und hat deshalb gleich die ganze Lenkung ersetzt. Er habe uns telefonisch leider nicht erreichen können..... Für 1,500 Dollar war unser Auto fast neu, nur die 2 Reifen fehlten noch. Er wollte uns dann zwei neue aufschwatzen, doch unsere Schmerzgrenze war erreicht und wir besorgten uns auf eigene Faust zwei Occasionspneus für 70 Dollar, welche den Anforderungen jedoch noch genügen. Einmal mehr zeigte sich, dass man keinem Händler und Mechaniker trauen darf.

Mit einem fast neuen Auto verliessen wir dann Melbourne und fuhren der Südküste entlang Richtung Sydney. Mit Übernachtungen im Wilsons Promontory National Park (Geheimtipp), Mallacoota und Jervis Bay erreichten wir dann bei strahlendem Sonnenschein Sydney. Die folgenden 4 Tage erkundeten wir Sydney und besichtigten dabei die Opera und Darling Harbour und bestiegen im Abendlicht (und Massenabfertigung) die Harbour Bridge. 175 Dollar kostete uns dieser Spass pro Person und den Fotoapparat musste unten bleiben. Schade, denn es hätte einige sehr schöne Fotos gegeben.

Über die Blue Mountains (zum Glück nächtigten wir in einem Hostel, denn es war bitter kalt) und Canberra (das Australian Institute of Sport war der Höhepunkt) ging es dann zurück nach Melbourne. Sofort haben wir mit unseren Vorbereitungen für den Autoverkauf begonnen und das Auto innen und aussen gereinigt und poliert, Inserate geschrieben und in allen möglichen Hostels und Internetcafes aufgehängt. Sogar ein Online Inserat haben wir aufgeschaltet. Unser Telefon blieb aber stumm! Gibt es denn so was? Unser einziger Interessent ist jemand den wir noch nie gesehen haben und jetzt auf Tasmanien ist. Er kommt am Mittwochabend zurück und wir fliegen am Donnerstag weiter nach Thailand. Da uns die ganze Geschichte etwas spanisch vorkam, entschieden wir uns diesem Interessenten keine Aufmerksamkeit zu schenken und auf andere Angebote zu warten.

In der Zwischenzeit erkundeten wir Melbourne mit den unzähligen Sportarenen und trafen Heinz Pfister mit seiner Freundin Rachael. Wir haben auch festgestellt, dass man in Melbourne eigentlich an jedem Tag vier Jahreszeiten erlebt und es nie nur schön ist. Den Regenschirm hatten wir stets dabei.

Trotz einer Reduktion des Verkaufspreises für unser Auto (unserer Meinung nach wäre es ein Schnäppchen) zeigt niemand Interesse an einem Auto mit 333,000 km. Wir haben uns nun entschieden, alles auf eine Karte zu setzen und unser Fahrzeug dem ominösen Reisenden zu verkaufen. Wenn das in die Hosen gehen sollte, bleibt uns nichts anderes übrig, als das Fahrzeug einem lokalen Händler zu überlassen, welcher uns vielleicht 1,000 Dollar in die Hand drückt und innerlich jubelt. Wenn alles klappt, haben wir 4,000 Dollar in der Hand und lassen es uns in Thailand gut gehen!

Die letzten Bilden von Australien sind unter diesem Link zu finden und eine aktuelle Reisekarte sollte hier sein.

4. Februar 2008

South Australia – Seafood, Wanderungen und wunderbare Limestone-Klippen

Nachdem wir die Nullarbor erfolgreich durchquert haben, zog es uns von Ceduna südlich auf die Eyre Peninsula. Diese Gegend ist vor allem durch geniale Surfbeaches und (anscheinend) hervorragenden Seafood bekannt. Als Höhepunkt dieser Halbinsel galt aus unserer Sicht die Coffin Bay mit dem gleichnamigen Nationalpark. Leider war es uns aufgrund unseres Fahrzeuges nicht möglich, alle Küstenabschnitte dieses Nationalparks zu erkunden (4WD ist Voraussetzung), dafür haben wir uns zu Fuss auf den Weg gemacht, die Natur zu erkunden. In Elliston waren wir einmal mehr erstaunt, was die Australier unternehmen, um Touristen anzulocken. Eine ganz normale Schotterpiste der Küste entlang wurde uns als „Sculpture on the rocks“ verkauft, nur weil auf diesem ca. 10 km Scenic Drive einige schöne und weniger schöne Skulpturen aufgestellt wurden. Es hat jedenfalls gewirkt und wir haben uns entschieden, eine Nacht in diesem unbekannten Ort zu übernachten. Am Abend haben wir dann auch noch im einzig geöffneten Restaurant Roger’s Fünfsatz-Krimi am Australien Open angeschaut und waren erstaunt, wie sehr die Australier sich über Roger’s Sieg gefreut haben.

Gemäss unserem Reiseführer sowie den lokalen Broschüren müsse es in Port Lincoln die besten Austern auf der ganzen Welt geben. Obwohl Seafood keinesfalls unser Leibgericht darstellt, wollte Pietsch wieder einmal einen Versuch unternehmen, die Freude am Seafood zu entdecken. 6 Austern wurden ihm serviert, wobei ihm eigentlich zwei gereicht hätten.... Als gut erzogener Junge ass er jedoch auf, war sich jedoch sicher, dass keine weitere Auster mehr runtergegangen wäre. Chrigi hat sich geweitert ihm zu helfen. Die Pizza als Hauptgang hätte dann für alles entschädigen sollen, doch sprachliche Missverständnisse führten dazu, dass die Pizza anstatt mit Gemüse mit Sardellen (Anchovies – jetzt wissen wir, dass dies kein Gemüse ist) belegt wurde. Pietsch kann Sardellen nicht ausstehen....

Der nächste Stopp war der Flinders Ranges Nationalpark mit dem berühmten Wilpena Pound, welcher jedoch vor allem aus der Luft eindrücklich sein muss. Wir entschieden uns auf die Fussexpedition und bestiegen den Rawnsley Bluff früh am morgen. Die traumhafte Aussicht war der Lohn für die vielen Schweissperlen, welche uns dieser strenge Aufstieg gekostet hatte.

Durch das historische Städtchen Burra, welches zu Pionierzeiten, infolge des Kupferabbaus einmal einer der grössten Orte Australiens war, ging es dann ins weltbekannte (zumindest für Weinliebhaber) Barossa Valley. Für einmal haben wir unser Zelt im Auto belassen und in einem B&B auf einem Weingut übernachtet. Herrlich, wenn im Zimmer eine Flasche Rotwein auf die Gäste wartet und Portwein im Offenausschank verfügbar ist. Die abendliche Joggingrunde hat uns jedoch beide fast erledigt. Wir wissen heute noch nicht, ob die Hitze oder die nachmittägliche Degustationstour die Ursache für unser Leiden darstellte. Wir tippen auf die Hitze!

In Adelaide verbrachten wir vier Nächte und abschliessend sind wir der Meinung, dass diese Stadt für uns ebenfalls eine Alternative zu Bassersdorf, Vancouver oder Mendoza darstellen würde. Vom Campingplatz aus konnten wir direkt ans Meer und in wenigen Minuten ist man auch in den Bergen (die Adelaide Hills sind zwar keine richtigen Berge wie wir sie kennen, aber erlauben trotzdem eine aktive Erholung weg vom Stadtleben). Die Stadt selber ist eher klein und übersichtlich, überzeugte uns jedoch durch den Grüngürtel um die Stadt sowie die vielen kleinen Pubs und Cafes entlang der Fussgängerzone.

Bevor es dann weiter Richtung Kangaroo Island ging, war noch swiming with Dolphin’s angesagt. Die Bezeichnung hört sich jedoch viel attraktiver an, als das eigentliche Schwimmen dann war. Mit Neoprenanzug und Schnorchel ausgerüstet, wurde man einer Leine entlang ins Wasser gelassen, welche von einem Katamaran gezogen wurde. Diese Leine durfte man nicht loslassen und gelegentlich schwamm dann ein Delphin vorbei, welcher jedoch nicht berührt werden durfte (wenn man mal so nahe dran gewesen wäre). Dabei war es doch gerade das, was wir uns gewünscht hatten – janu, vielleicht kommen wir später mal in einen solchen Genuss.

Für nur eine Nacht ging es dann nach Kangaroo Island und Chrigi legte einen straffen Zeitplan vor, so dass wir alle Sehenswürdigkeiten bewundern konnten. Aufgrund der kürzlichen Waldbrände waren einige Gegenden dieses Naturparadieses gesperrt, doch hätten wir ohnehin nichts mehr reinpacken können. Der Höhepunkt war sicher unsere geführte Tour in die Seal Bay, wo wir uns zu Fuss bis auf wenige Meter an Seelöwen annähern konnten. Auch die Pelikan Kolonie im Norden musste selbstverständlich für viele Fotos herhalten.

Der Limestone Coast entlang ging es dann weiter nach Victor Harbour und ins malerische Örtchen Robe (Geheimtipp). Über Beachport fuhren wir dann nach Mount Gambier, der letzten Station in Südaustralien. Diese Ortschaft ist vor allem durch den Blue Lake bekannt, ein Kratersee, welcher seine Farbe den Jahreszeiten anpasst und von himmelblau bis grau geht. Wir hatten natürlich das Glück, den See in seiner schönsten Farbe bewundern zu können. Die abendliche Joggingrunde führte uns dann auf den höchsten Punkt des Kraters und Pietsch hatte schon das Gefühl, Chrigi wolle ihn für den Jungfrau Marathon trimmen und nicht den Zürich Marathon, von dem mal die Rede war. Am nächsten Tag überquerten wir dann die Staatsgrenze nach Victoria und fuhren nach Halls Gap im Grampians Nationalpark. Dazu aber mehr in unserem nächsten Bericht, wenn es wieder heisst „Chrigi und Pietsch berichten aus dem sommerlichen Australien“.

Fotos unserer Zeit in Südaustralien sind unter diesem Link zu sehen und unsere Route kann hier mitverfolgt werden – es soll schliesslich immer noch Menschen geben, die Australien noch nicht kennen und mit unseren Beschreibungen wenig anfangen können.

21. Januar 2008

Westaustralien – Grossraum Perth oder steckt doch mehr dahinter?

Unser Monat auf der faulen Haut ging wie im Flug vorbei und deshalb begannen wir anfangs Januar unsere Reise durch Australien. Zunächst ging es nordwärts nach Cervantes, wo wir in der Abendsonne die berühmten Pinnacles (Steine, die wie kleine Säulen aus dem Boden zu wachsen scheinen) besichtigten. Die Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz und unser Zelt musste einen weiteren Härtetest bestehen, denn der Wind war so stark, dass das Zelt richtiggehend zur Seite gebogen wurde. Pietsch schien das nicht gross zu kümmern und schlief herrlich, während Chrigi jeden Windstoss miterlebte und gedanklich mehrmals das Zelt festhielt. Erstmals meldete sich auch unser Auto und begann auf der Strecke in den Norden plötzlich zu pfeifen  und die Wassertemperatur war bereits im roten Bereich. Ein kurzer Halt und die anschliessende Ausschaltung der Klimaanlage reichte, um uns (im hellroten Bereich) ans Ziel zu fahren. Am Abend prüften wir dann noch alle Flüssigkeiten und fragten uns ernsthaft, wo das Kühlwasser wohl hingegangen ist, denn vor 3 Wochen war unser Auto ja noch im Service..... Nun ja, wir haben am nächsten Morgen den Tank wieder mit Kühlflüssigkeit gefüllt und fuhren wieder zurück nach Karrinyup – wohlgemerkt stets mit 1,5 Augen auf der Temperaturanzeige – wo wir eine weitere (und leider letzte) Nacht bei Regina und Thomas verbracht haben. Chrigi war unglaublich dankbar für das weiche Bett und die 4 festen Wände rundherum.

Am nächsten Morgen ging es dann Richtung Süden und in Fremantle stellten wir unser Zelt zum nächsten Mal auf. Mit (Tante) Käthi und (Onkel) Beat ging es dann im Swan Valley auf Wein- und Schokoladenentdeckungstour. Unsere Reise führte dann weiter in den Südwesten von Australien über Rockingham (zu Fuss ging es auf die Pinguins Island), Bunbury, Busselton nach Margaret River, einem weiteren bekannten Weinanbaugebiet von Australien. Es hört sich nun an, als wären wir zwei kleine Alkoholiker und von Weingegend zu Weingegend gezogen – dem müssen wir aber vehement widersprechen. Wir sagten uns aber trotzdem, wenn wir schon mal dort sind, dann probieren wir auch diese Weine.... Unsere geführte Weintour führte uns zu 3 Bodegas, einer Schokofabrik (jawohl, schon wieder), einer Wildfarm und schliesslich zum Abschluss noch eine Brauerei. So eine Tour strapaziert die Leistungsfähigkeit und so beschlossen wir, ausnahmsweise mal etwas früher den Schlafsack zu suchen.

In Augusta, im südwestlichsten Zipfel von Australien, beobachteten wir das windige und wellige Geschehen, wenn zwei Ozeane aufeinander treffen, wobei Pietsch während einer Joggingrunde beschloss am Zürichmarathon 2008 teilzunehmen. Obwohl Chrigi seine Worte auf einem Foto festgehalten hat, kann man diese ja leider nicht darauf hören...we will see. In den riesigen Wäldern des Gloucester und Warren Nationalparks haben wir zwei 65 und 75 Meter hohe Bäume bestiegen und Wanderungen durch diese Eucalyptuswälder vorgenommen. Im Valley of the giants haben wir den bekannten Rundgang in den Baumkronen mitgemacht und sind teilweise 60 Meter über dem Boden von Baum zu Baum gewandert – keine Angst Mami, es war alles sicher! Nach Albany ging es dann wieder nordwärts in den Stirling Nationalpark, wo wir auf einer Nachmittagswanderung den höchsten Gipfel von Südwestaustralien (Bluff Knoll) bestiegen haben. Auf diesem Gipfel war es so windig, dass Chrigi bereits eine Wette einging, dass unser Zelt auf dem Campingplatz im Tal unten nicht mehr steht, denn auf dem steinigen Untergrund konnten wir unsere Heringe nur beschränkt verankern. Zum guten Glück trotzte unser Zelt – im Gegensatz zu einigen anderen Zelten - auch diesem Wind. Chrigi konnte zwar eine weitere Nacht nicht schlafen und wiederum war nicht Pietsch’s geschnarche das Problem.

Damit wir den Wave Rock sehen konnten, fuhren wir weitere 300 km in den Norden, schossen einige Fotos der berühmten Welle und fuhren nach knapp 30 Minuten Aufenthalt wieder 400 km zurück nach Esperance, unserer letzten Schlafdestination in Westaustralien. In Esperance mussten wir uns wiedereinmal erholen und legten einen lockeren Tag mit Beachbesichtigung ein und am Abend war wieder einmal joggen angesagt. Die Joggingstrecke war wunderbar, doch wurden wir dabei vom Wind regelrecht „gesandstrahlt“. Auf dem Hinweg von links, auf dem Rückweg dann noch von rechts, so dass es sich auch wirklich lohnte, mit einem Wattenstäbchen die Ohren zu reinigen.....

Die beiden folgenden Tage waren mit Auto fahren verplant, denn die 1,400 km lange Strecke des Eyre Highway in den Osten von Australien stand auf dem Programm – wohlverstanden ohne lohnenswerte Sehenswürdigkeiten dazwischen. Chrigi kaufte Wasservorrat ein wie für eine 2 wöchige Tour durch die Wüste – man wisse ja nie, war ihr Kommentar dazu. Mit 30 Liter Wasser im Kofferraum ging es also los und kurz vor der letzten zivilisierten Ortschaft (Norseman) meldete sich auch unser  Ford Falcon wiedereinmal und begann etwas zu stottern. Wir gönnten ihm eine Ruhepause und uns eine Tasse Kaffee und dann ging es ostwärts, stets mit 1,5 Augen auf der Temperaturanzeige und 1,5 Ohren auf die Motorengeräusche. Vorbei ging es an unzähligen toten Kängurus und Straussen, an kleinen Ortschaften mit im Schnitt 6 Einwohnern, einer Tankstelle mit Shop und einem Motel mit Zeltplatz bis wir „in the middle of nowhere“ (Madura) den Übernachtungsstopp einlegten. Die verbleibenden 650 km legten wir problemlos zurück und waren froh, in Ceduna wieder auf einem richtigen Campingplatz übernachten zu können.

Fotos unserer Reise durch Westaustralien können unter diesem Link betrachtet werden.

10. Januar 2008

Perth – sun, fun and nothing to do (jetzt mit Fotos)

Nach einer unvergesslichen Reise – welche wir jedoch lieber vergessen würden - von Santiago de Chile nach Perth, Australien, begann unser Abenteuer anfangs Dezember in Down Under. Sagenhafte 54 Stunden (anstatt geplanten 27 Stunden) benötigten wir für diesen Trip inklusiv je einer Übernachtung in Santiago de Chile und Sydney am Flughafen. So kamen wir todmüde und mit den Nerven am Ende (vor allem Chrigi) in Perth an und waren unseren deutschen Vermietern (Günter und Brigitte) überaus dankbar, dass sie uns am Flughafen abholen kamen. Die ersten 3 Wochen hatten wir ca. 30km nördlich von Perth eine kleine aber wunderschöne Einlegerwohnung bei vor 20 Jahren eingewanderten Deutschen gemietet. Da diese Wohnung eher ausserhalb war und es keine öffentlichen Verkehrsmittel gab waren wir gezwungen uns bereits in der ersten Woche nach einem Auto Ausschau zu halten. Mit dem Mietauto klapperten wir wahrscheinlich alle Autohändler in der näheren Gegend ab, bis wir schliesslich fündig wurden. Nachdem das auserkorene Auto noch von einem Automechaniker schnell durchgecheckt wurde und er es für gut befunden hat, machten wir Nägel mit Köpfen und waren 5 Tage nach unserer Ankunft stolze Besitzer von einem Ford Falcon Futura, Jahrgang 1996 mit unglaublichen 320’000km auf dem Buckel. Jetzt konnten unsere Ferien hier in Perth endlich so richtig beginnen, wir wollen uns hier ja eigentlich  vom ganzen „Reisestress“ der letzten  5 Monate erholen und alle erhaltenen Eindrücke verarbeiten!!!

Ganz dem Titel entsprechend verbrachten wir den Dezember hier in Perth mit sun, fun and nothing to do und nebenbei noch ein wenig Sport, um unseren Reisespeck (in Argentinien gab es leider nicht nur Dulce de Leche) wieder loszuwerden. Schliesslich wollten wir uns ja am Strand sehen lassen können... Während Pietsch die ersten beiden Wochen am Nachmittag sich jeweils mit Kitesurfen versucht hat, schwitzte sich Chrigi die überflüssigen Kilos im Fitnessstudio vom Leib um wieder ein wenig fit zu werden. Doch auch Pietsch wollte mit einem gestählten Oberkörper die Beach-Bunny’s von Perth beeindrucken und quälte sich an den Maschinen ab. Um uns am Abend wieder von all den körperlichen Aktivitäten zu erholen und dem Körper wieder genügend Nährstoffe zuzuführen, genossen wir ab und zu mit Günter und Brigitte ein, zwei oder auch drei Gläschen australischen Wein. Eine richtige Wohltat!!! Günther war richtig froh, war wieder jemand dort, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist und ihm Gesellschaft leistete.....

Zwischendurch betrieben wir dann auch noch ein wenig Sightseeing in und um Perth herum. Perth selber als Stadt bietet nicht sehr viel. Ausser dem Kings Park, wo man eine super Aussicht auf Downtown Perth hat und den Swan River gibt es nicht viel zu sehen und zu tun. Doch die Strände, die Strände sind ein Traum und laden zum sun, fun and nothing to do ein... obwohl wir zwischendurch auch mal unser Glück mit dem Bodyboard (kleines Surfboard) versucht hatten. Auch Pietsch’s Tante Käthi und Onkel Beat waren zu dieser Zeit in Westaustralien und so liessen wir es uns nicht nehmen, mit ihnen den Yanchep Nationalpark zu besuchen.

Ein weiteres Highlight war der Caversham Tierpark. Da fühlten wir uns wieder in die Kindheit zurückversetzt, als wir alle möglichen Arten von australischen (Kängurus, Koalas, Wombats) und nicht australischen Tieren (Esel, Lamas, Kühe, Ziegen, Schafe) streicheln und füttern durften. Man könnte auch sagen wir waren im Streichelzoo... wir fühlten uns also ganz wohl zwischen all den Kindern...

Der Besuch von Rottnest Island (eine Insel ca. 45min. vor Perth) durfte in unserem Programm natürlich auch nicht fehlen. Mit den Fahrrädern gings einmal rund um die Insel (was 22km Radfahren bedeutet), was nicht immer ganz ohne war, da der Gegenwind zum Teil doch recht heftig war....Der Wind war zum Teil wirklich so stark, dass wir sogar beim bergab fahren in die Pedalen treten mussten. Doch die ganze Quälerei wurde immer wieder mit wunderschönen Sandstränden und Meeresbuchten belohnt. Der Höhepunkt von Rottnest Island (zumindest für Pietsch, Chrigi denkt da ganz anders...) war die Schiffsfahrt an sich. Die Wellen waren riesig und haben das Boot richtig durchgeschüttelt und regelmässig „sprangen“ wir von Welle zu Welle – ohhhh wie das jeweils krachte – cool! Die Schiffsbegleiter hatten ebenfalls ihre Freude, als sie „Kotztütten“ verteilen durften...

Kurz vor Weihnachten, während die Australier die letzten Vorbereitungen für die Festtage trafen und sich dem Getümmel in den Einkaufszentren aussetzten, packten wir unsere 7 Sachen zusammen um in unser neues Domizil etwas näher von Perth und vom Strand zu ziehen. Für fast 2 Wochen waren wir nun stolze „Hausbesitzer“ und betrieben ein sogenanntes Housesitting. Wir hüteten während diesen Tagen das Haus von einem deutschen Ehepaar, Regina und Thomas, welche die Festtage in Tasmanien verbrachten. Wir stürzten uns nun auf alle deutschen Bücher, welche wir finden konnten und verbrachten den grössten Teil des Tages mit Lesen. Wir waren richtig angefressen und haben wahrscheinlich noch nie in so kurzer Zeit so viele Bücher verschlungen, unglaublich....Was sollten wir auch anderes machen bei dieser Hitze, als faul im Haus herumzuliegen. An Weihnachten stieg das Thermometer doch tatsächlich über 40 Grad und während der Nacht fühlten wir uns manchmal immer noch wie in der Sauna.

Und jetzt ist die Zeit hier in Perth doch tatsächlich auch schon wieder vorbei. Dieser Monat verging wie im Flug, kaum angekommen geht’s auch schon wieder weiter. Noch die letzten Einkäufe tätigen für unser kommendes Abenteuer auf den Campingplätzen von Australien und ein letztes Mal so richtig Ausschlafen in einem richtigen Bett bei Regina und Thomas. Nochmals herzlichen Dank euch beiden für die super nette Gastfreundschaft. Wir haben die Zeit bei euch sehr genossen und möchten die gemeinsamen Abende bei und mit euch nicht missen. War immer eine feucht-fröhliche und lustige Angelegenheit!

Die Fotos von Perth sollten unter diesem Link zu finden sein.

21. Dezember 2007

Parilla, Bier, Verkehrsregeln die niemand beachtet, wunderbare Naturlandschaften und sehr guten Wein - all das bietet (Nord)Argentinien

Ende Oktober flogen wir von Toronto nach Buenos Aires, wo wir einige sensationelle Tage bei Birgit und Peter verbringen durften. Besten Dank nochmals für die wunderbare Bewirtung im Edificio Kavanagh. Nach 4 Monaten im zivilisierten Kanada war es für uns fast ein kleiner Kulturschock, als wir uns plötzlich auf den Strassen von Buenos Aires wieder gefunden haben. Toiletten (und v.a. WC-Papier) sind plötzlich mangelware und auf der Strasse wird versucht, plötzlich wieder alles möglich an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Obwohl es um die 30 Grad warm war, wollte man uns ständig Lederjacken andrehen, dabei dachten wir eher an Badehosen und Sonnencreme. Die Autos waren zum Teil uralt und die Verkehrsbusse liessen Abgase raus, dass wir uns in den engen Strassengässchen manchmal abdrehen mussten, um nicht vom schwarzen Abgas eingenebelt zu werden. Da wir ja Buenos Aires bereits von unserer Reise im Jahre 2001 kannten, erkundeten wir dieses mal die etwas touristisch weniger erschlossenen Ecken dieser Millionenmetropole.

Mit unserem Mietauto ging es dann in den Norden zu den weltbekannten Iguazu Wasserfällen. Dieses UNESCO Weltkulturerbe hat uns total begeistert. Am ersten Tag haben wir die Fälle von der brasilianischen Seite her bewundert. Von dieser Seite hat man einen wunderbaren Blick über die ganzen Wasserfälle, man ist jedoch mehrheitlich etwas weiter weg von der Gist. Am zweiten Tag haben wir uns den Wasserfällen dann von der argentinischen Seite genähert. Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen kleinen Abstecher von der touristischen Route gemacht und sind im Parque National de Iguazu noch etwas spazieren gegangen. Dabei konnten wir Affen in der freien Wildbahn beobachten, wie sie sich von Baum zu Baum geschwungen haben. Einfach wunderbar.

Viele Menschen vergleichen die Iguazu Wasserfälle mit den Niagara Fällen in Kanada. Wir haben jetzt beide gesehen und aus unserer Sicht spielen die Niagara Fälle mindestens eine Liga tiefer als die Iguazu Fälle und haben uns bei weitem nicht so beeindruckt wie die Wasserfälle hier im Länderdreieck Argentininen, Brasilien und Paraguay.

Anschliessend ging es weiter in den Nordosten von Argentinien, oder besser gesagt nach Salta, eine Stadt, die nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Argentiniern einen wunderbaren Ruf besitzt und den Übernamen "la linda" erhalten hat. Mit dem letzten Tropfen Benzin (Pietsch war einfach zu geizig den Benzintank füllen zu lassen, nur weil der Sprit im Niemandsland etwas teurer war) haben wir Salta, erreicht und können uns dem Urteil vieler Reisenden nur anschliessen. Während wir an einem Abend friedlich unser Nachtessen am riesigen Plaza 9 julio genossen haben, stellten wir fest, dass am Tisch nebenan die Wahlfeier des Gouverneurs der Provinz Salta stattgefunden hat und wir sozusagen direkt neben einem ganz wichtigen Politiker von Argentinien gespiesen haben. Das Gesicht von Hr. Urubey hat uns dann auch noch die nächsten Tagen begleitet und von jedem Wahlplakat aus angelacht.

Nach Salta ging unsere Fahrt weiter nach San Antonio de los Cobres (3,700 M.ü.M.). Auf dem Weg in diese kleine Ortschaft mussten wir diverse kleinere Flüsse mit dem Auto durchqueren und so wirklich wohl war es uns selten, denn uns sind noch die Bilder bewusst, als vor 6 Jahren ein Lastwagen eine solche Durchfahrt nicht geschaftt hat.... ok, damals war der Fluss tiefer und das Wasser strömte mit einer bedeutend höheren Geschwindigkeit ins Tal. Über die Routa 40 (Naturstrasse) ging es dann an der salinas grande (riesiger ausgetrockneter Salzsee) vorbei nach Humahuaca. Die Quebrada de Humahuaca (Canyon) stellt ebenfalls ein UNESCO Weltkulturerbe dar und Chrigi hat innerhalb weniger Tage mind. 500 Kakteen-, Berg- und Lamafotos geschossen.

Von Jujuy aus haben wir den Parque National Calilegua besichtigt und auf eigene Faust eine Wanderung in Angriff genommen. Weil wir auf dem Rückweg irgendwo einen Abzweiger verpasst haben, entschlossen wir uns, im Flussbeet zurück zum Auto zu laufen. Die vielen Spuren von Wildkatzen (u.a. Pumas) haben uns ebenso kalt gelassen, wie das Wasser,das wir immer wieder überqueren mussten. Wer die Grizzlys in Kanada überlebt, den solten auch Wildkatzen in Argentinien nicht beunruhigen. Wir haben's auf jeden Fall geschafft! Auf der Rückfahrt mussten wir diverse Polizeikontrollen passieren und waren echt froh, jeweils durchgewunken worden zu sein, denn wir hatten weder Pass noch Führerausweis dabei.

Über Cachi ging dann die Fahrt durch das sehr eindrückliche Valles Calchaquies nach Cafayate, welches neben Mendoza das Hauptweinanbaugebiet von Argentinien darstellt. Natürlich mussten wir einige Bodegas besuchen und deren Produkte probieren. Die Quebrada de Cafayate haben wir zuerst mit dem Auto erkundet und am Abend mit einem Führer abseits der Touristenstrecke zu Fuss erkundet. Unglaublich, welch unterschiedliche Landschaftsbilder wir immer wieder erblickt haben und das, obwohl wir ja zu Fuss unterwegs waren. Chrigi hat bestimmt weitere 500 Fotos von farbigen Bergen und Kakteen geschossen. Pietsch musste leider passen, da seine in Kanada gekaufte Digicam in Cafayate den Geist bereits aufgegeben hat. Wenn das so weitergeht, dann werden Kameras zum teuersten Kostenfaktor unserer Reise...

In Tafi del Valle haben wir verzweifelt versucht den Anfang einer Wanderung auf den Hausberg zu finden, mussten dann jedoch ohne Erfolgserlebnis aufgeben und haben wiedereinmal auf eigene Faust einen Berg erklommen. Es ist schon bemerkenswert, wie in Kanada alles sehr gut beschriftet ist, hier in Argentinien auch in touristischen Orten gar nichts gekennzeichnet ist und auch die Touristeninfos nicht wirklich gut dokumentiert sind.

Über Catamarca, die beiden Nationalpärke Talampaya und Ischigualasto (Valle de luna) und San Juan erreichten wir dann endlich das geliebte Mendoza. Die vielen Polizei- und sanitarischen Kontrollen haben wir jeweils mit Bravour passiert und sind nicht mal mehr nervös geworden, wenn wir den Kofferraum öffnen mussten, damit unser Auto auf Früchte und Gemüse kontrolliert werden konnte. Schliesslich sind wir ja nicht blöd und haben unsere Früchte auf dem Rücksitz versteckt....

Mendoza stellte dann schliesslich unsere letzte Destination in Argentinien dar und ist nach wie vor unsere Lieblingsstadt in Südamerika, auch wenn die Weindegustationen nicht mehr das sind, was man erwartet.

In Mendoza haben wir dann auch unser Mietauto zurückgegeben und sind unglaublich froh, ist nichts passiert. Die Argentinier halten sich schlicht an keine Verkehrsregeln und doppelte Sicherheitslinien sind nur da, da die gelbe Farbe ja schliesslich auch irgendwo hin muss. Wie der Vortritt geregelt ist wissen wir heute noch nicht, sind jedoch fest davon überzeugt, dass es nach folgendem Motto funktioniert:
1. Das grösste bzw. stärkste Fahrzeug hat zuerst Vortritt
2. Dann kommt der ältere bzw. verrostetere Karren
3. schliesslich kommt der mit dem höheren Tempo
4. und zum Schluss der, der nicht weiss wie's geht (Tourist)

Mit dem Bus ging es dann von Mendoza über die Anden nach Santiago de Chile, von wo aus wir dann in einem 54-Stunden Tripp nach Perth geflogen sind. Eigentlich hätten wir nur knapp 30 Stunden benötigt, aber ein technischer Defekt zwang uns auf dem Flughafen in Santiago zu übernachten und infolge massiver Verspätung mussten wir dann auch noch eine Nacht in Sydney verbringen, bevor es dann am nächsten Morgen (endlich) nach Perth ging.

Eine Bilderauswahl von Argentinien sollte unter diesem Link zu finden sein.

9. November 2007

Vom Grossstadt-Hopping zur wunderbaren Natur und das alles mit viel französisch

Einleitend entschuldigen wir uns für die lange Sendepause, für die

a) kleinere Frusterscheinungen bei Pietsch (die Bilder wollen nicht so wie er....),
b) wunderbare Tage in Ostkanada und hier in Argentinien sowie
c)Adapterprobleme für den Laptop (auch der beste Laptop funktioniert ohne Strom nur eine beschränkte Zeit)

verantwortlich waren.

Mit dem Zug haben wir in rund 48 Stunden Kanada durchquert und sind übermüdet in Toronto angekommen - die Holzklasse liess leider nicht sehr viel Schlaf zu. Für Pietsch begann nun das "richtige" Leben in Kanada, denn endlich ging die NHL-Saison los und die Kanadier leben und lieben diesen Sport. Am Tag nach der Ankunft in Toronto war der Season-Opener der Maple Leafs gegen die Montreal Canadiens und die ganze Stadt war im Hockeyfieber und Pietsch traf immer wieder neue Habs-Freunde (dank seiner Canadiens Kappe).

Nach der Stadtbesichtigung in Toronto, ging es in den Algonquin Provincial Park, wo wir fast den ganzen Tag auf einem riesigen See herumgepadelt sind. Das versprochene "wildlife" in den abgelegensten Ecken haben wir natürlich nicht gesehen. Gerade rechtzeitig vor dem grossen Regen haben wir es aber noch zurück geschafft.

Die kanadische Hauptstadt Ottawa hat uns zum Leben sehr gut gefallen, doch für Touristen hat diese Stadt ausser Museen und Verwaltungsgebäude (und natürlich den Ottawa Senators) nicht sehr viel zu bieten. Im IMAX haben wir einen Film über die Alpen angesehen und nachher genüsslich all den Kinogängern zugehört, wie alle meinten, in die Schweiz, da wollen sie mal hin....

Nach dieser Stadt(tor)tour mussten wir wieder in die Natur und darum ging es in den Norden in den Gatineau Provincial Park und wir durften den farbigen Indian Summer live erleben.

Montreal und somit das Heim von Mark Streit war unsere nächste Destination. Obwohl Pietsch bereits zweimal dort war, blieb nun zum ersten Mal Zeit, die Stadt auch zu besichtigen. Im Casino haben wir noch ein bisschen auf die 19 gesetzt und somit die Reisekasse aufgebessert und unseren Jeep haben wir auf dem Circuit Gilles Villeneuve kurzerhand auf die Pole gesetzt. Das erste Saisonheimspiel der Canadiens haben wir aus der Stadionbar am TV gesehen, da die Schwarzmarktpreise einfach zu hoch waren.

Via den Mont Tremblant Park ging es dann nach Quebec, eine Stadt die uns mit ihrer Architektur sehr gut gefallen hat. Leider mangelt es dieser Stadt an einem NHL-Team. In unserem B&B haben wir auch zum ersten, aber nicht letzten Mal die französische Gastfreundschaft erlebt. Wenn all diese Host nur englisch sprechen würden, wäre es wunderbar. So blieb uns aber nichts anderes übrig, als unsere letzten französisch Brocken auszupacken und am Frühstückstisch munter zu erzählen.... Hätten wir doch damals in der Schule nur ein bisschen besser aufgepasst...

Nach Quebec ging es dann auf die wunderschöne Halbinsel Gaspesie, welche vor allem dank dem Rocher de Percé touristisch erschlossen ist. Wir haben aber natürlich auch die beiden grossen Nationalpärke bewandert und von weitem ein Elch-Paar gesehen und im Parque Forillon ist uns doch tatsächlich ein Bär über den Weg gelaufen. Zum Glück hatte er schon gegessen und war nur noch auf der Suche nach einigen leckeren Gräsern. Ich glaube fast, wir beide haben noch nie soviele Fotos in so kurzer Zeit geschossen! Auf der Halbinsel Gaspesie war zu dieser Zeit auch gerade die Jagd im Gange und sobald ein Elch erlegt wurde, wurde mindestens der Kopf, manchmal auch das ganze Tier auf die Kühlerhaube oder den Pick-Up gespannt und so im Dorf herumgefahren. Schliesslich soll jeder im Dorf wissen, was für ein super Jäger dieses Auto fährt. Pietsch hat es jedesmal Weh getan, wenn er wieder ein solches Auto gesehen hat.,

Auf dem Rückweg nach Toronto haben wir dann noch die 1000 Islands besucht und die Niagara Fälle besichtigt. Die Ortschaft Niagara Falls hat uns beinahe erschlagen. Die Kanadier haben dort einen Touristenort à la Las Vegas aus dem Boden gestampft. Neben Casinos (ja wir geben es ja zu, unser gewonnenes Geld in Montreal haben wir hier wieder verloren...) gibt es unzählige Vergnügungsparks und die Lichtreklamen sind mindestens so auffällig wie jene in Las Vegas. Die Fälle selber haben wir uns irgendwie eindrücklicher und grösser vorgestellt, dafür war die abendliche Lichtshow wunderbar.

Wenn alles klappt, sollten hier die Fotos unseres vierwöchigen Tripps durch Ostkanada erscheinen. Drücke einfach hier.

P.S. Chrigi kennt zwischenzeitlich alle kanadischen NHL-Teams und alle Schweizer, die dort engagiert sind.

10. Oktober 2007

Sonne, Schnee, Indian Summer und wilde Tiere in den Rocky Mountains

Nach Victoria führte uns unsere Route der Ostküste entlang über Chemainus und Nanaimo, wo wir dann die Strasse zur Westküste hinunter nach Tofino nahmen. Chemainus ist berühmt für seine Hausmauer-Malereien, welche die Geschichte des kleinen Städtchens erzählt. Um unseren Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen zu lassen beschlossen wir in Nanaimo einen ca. 3stündigen Hochseilparcours zu machen. Der Anfang war recht einfach, doch je länger der Parcours dauerte, desto öfters mussten wir uns überwinden in schwindelerregender Höhe auf sehr wackeligen Seilen von einem Baum zum anderen zu balancieren. War ein supertolles Erlebnis und brachte uns (v.a. Chrigi) an unsere Grenzen.

Da wir in Victoria keine Wale gesehen hatten (siehe unser letzter Bericht) beschlossen wir unser Glück nochmals in Tofino zu versuchen. Und es hat sich gelohnt, konnten wir doch den einen oder anderen Wal beobachten, wie er das gesamte Gewicht seines Körpers in die Luft wuchtete, eindrücklich! Leider verpassten wir diese Momente immer mit unseren Fotokameras, das ging jeweils so schnell. Aufgrund des ersten Regentages seit unserer Ankunft in Kanada, verliessen wir das kanadische Surferparadies und kehrten zurück aufs Festland.

Hell’s Gate, die schmalste Stelle des Fraser Rivers war unser nächstes Ziel. Wir fühlten uns dort gleich heimisch, da eine Schweizer Gondel uns über die Schlucht transportierte. Die folgende Nacht verbrachten wir am Eingang vom Wells Grey Provincial Park. Dieser Park wäre wohl das absolute Paradies im Sommer, doch aufgrund der Jahreszeit waren mehrheitlich Pensionierte mit ihren Campern unterwegs und somit wollte niemand mit uns die (mind.) zweitägige Kanutour auf den kleinen Flüssen und Seen unternehmen und so blieb uns nichts anderes übrig, als einige Ausflüge zu Fuss zu unternehmen. Auf einer dieser Wanderungen fühlten wir uns schon fast im tiefen Winter, denn Schnee war unserer steter Begleiter. Aber Kanufahren bleibt auf unserer to-do-Liste!

Anschliessend gings weiter über Blueriver (Susi Pfister hat dort einmal in einem Heli-Ski-Resort gearbeitet) und den Mount Robson (die Spitze war natürlich einmal mehr hinter dicken Wolken versteckt) nach Jasper. Die Ortschaft selber gleicht Gstaad oder einer anderen Schweizer Ortschaft in den Bergen und so war es für uns nichts aussergewöhnliches – im Gegensatz zu all den Asiaten. Unser Ausflug zum wohl berühmtesten See in Kanada, dem Maligne Lake, stand unter dem Motto „Wetterkapriolen in den Rockies“. Während es am Morgen regnete und wir am See selber fast nichts sehen konnten, entschieden wir uns für eine Wanderung auf einen naheliegenden Gipfel, da wir die (massiv überteuerte) Bootsfahrt mit ca. 150 Asiaten nicht mitmachen wollten. Auf unserer Wanderung kamen wir dann erneut mit Schnee in Kontakt. Zum Glück ging es so steil bergauf, so hatten wir stets warm am Körper. Auf dem Rückweg zeigte sich dann doch tatsächlich auch noch die Sonne und ermöglichte uns (d.h. vor allem Chrigi) einige traumhafte Bilder.

Lake Louise war dann unsere nächste Station, welche u.a. wegen des alpinen Skizirkus bekannt ist, denn dort finden regelmässig Skirennen statt. In Lake Louise machten wir zuerst einen Ausflug an den Moraine Lake, welche uns einmal mehr zeigte, wie schnell sich das Wetter in den Bergen ändern kann. Bei unserer Ankunft klagten wir noch über die vielen Wolken und eine Stunde später knipsten wir wie die wilden die wunderbaren Berge mit dem Moraine Lake im Vordergrund. Am Nachmittag führte uns dann eine grössere Wanderung wieder in den Schnee. Vom Lake Louise (jawohl, der See heisst gleich wie die Ortschaft) ging es an den Agathe Lake und von dort weiter durch den Schnee (die Asiaten kehrten mit ihren Lackschuhen wieder um) zu den Six Glaciern.

Banff war dann die letzte Station in den Rockies und ermöglichte uns nochmals eine sehr anstrengende Schneewanderung mit einer wunderbaren Aussicht auf die Rocky Mountains.

Nachdem wir unseren Camper in Calgary zurück gegeben hatten und uns im Saddledome das NHL Pre Season Game zwischen den Flames und den Vancouver Canucks zu Gemüte führten, brachte uns der Greyhound Bus nach Edmonton. Touristisch gibt es in Edmonton nicht viel zu tun, aber die West Edmonton Hall (eines der grössten Shopping Center der Welt) ist alleweil ein Abstecher wert. In diesem Shopping Center gibt es neben einem richtigen Eisfeld (es finden dort täglich ZEP-mässige Spiele statt) auch ein Vergnügungspark (v.a. auf Kinder ausgerichtet) und ein Hallenbad mit ca. 20 Rutschen. Kinos und ganz ganz viele Shops gehören natürlich auch dazu – nur zu Schade, geht unsere Reise noch so lange und ist unser Platz im Gepäck limitiert. Aber vielleicht hat uns das ja auch gerettet...

Mit dem Zug fuhren wir dann während 2 Tagen von Edmonton nach Toronto und verbringen nun den Oktober im Osten von Kanada.

Für die letzten Bilder des Westens von Kanada klicke hier

21. September 2007

Von Calgary via Nelson, Glacier Nationalpark nach Vancouver Island

Endlich war es also soweit und wir haben unseren kleinen, aber luxuriösen Camper (mit Kaffeemaschine, Mikrowellenherd, Badezimmer, TV und Heizung) in Empfang genommen. Gleich am ersten Tag nahmen wir uns eine Mammutsstrecke vor, denn wir wollten noch bis Kimberly (Bavarian City wie es im Touristenführer steht). Und schon am ersten Tag lernten wir, was es für uns Camper heisst, wenn ein langes Weekend (Labour Day) ansteht. Viel Verkehr auf den Strassen und als wir endlich in Kimberly ankamen, waren alle Plätze besetzt. Wir erhielten gerade noch einen Abstellplatz am untersten Ende des Campingplatzes, ohne Strom und Wasser...

Nachdem wir in Kimerberly (übrigens die höchstgelegene Stadt in Kanada) beim lokalen Spare Ribs Kochwettbewerb als Degustanten mitgemacht haben, ging es für 2,5 Tage zurück zur Farm, da Trish leider keine Nachfolger finden konnte und Hilfe beim Heu stapeln nötig hatte. Dann konnte es dann aber wirklich richtig losgehen mit unserem Abenteuer in Westkanada. Zuerst fuhren wir nach Nelson und hielten Ausschau nach den Potraucher, wegen denen Nelson bekannt wurde. Leider ohne Erfolg. Dafür mussten wir einmal mehr feststellen, wie rigoros hier (Alkohol-) Gesetze eingehalten werden. Als wir uns am Abend auf einer schönen Gartenterasse noch einen Schlummi genehmigen wollten, wurden wir auf die Innenräume verwiesen, denn der Lastcall sei bereits durch (21.45 Uhr). Auf einer ersten kleinen Wanderung haben wir dann "top of Nelson" bestiegen und am Nachmittag einen Laichplatz für Lachse gefunden - ok, er war beschildert.... Es ist schon eindrücklich, wie diese Fische zurück an ihre Geburtsstätte schwimmen und springen, um dann ihre Eier zu legen und dann vor Erschöpfung zu sterben. Vor den Kuppen herrscht ein unglaubliches Gedränge und regelmässig werden die Lachse von der Strömung wieder hinunter gespühlt oder von einem grösseren Lachs "hinunter gestossen", so ganz nach dem Motto "survival of the fittest". Eine Tafel am Eingang hat es so beschrieben: "Sobald die Lachse vom See in den Kanal einbiegen, haben sie noch ca. 14 Tage zu leben".

Von Revelstoke aus besuchten wir den Glacier Nationalpark und nahmen uns vor, die 6,5 km entfernte Asulkan Cabins als Tagesziel zu setzen. Erst als wir oben waren, realisierten wir, was es heisst, auch gleichzeitig noch 925 Höhenmeter zu bewältigen, wobei diese mehrheitlich in den letzten 1,5 km versteckt waren.... Bei den Gletschern war es dann natürlich bitter kalt und als Chrigi nach einer sehr kurzen Pause (Pietsch war immer noch ausser Puste) ihren Rucksack wieder packte und sehr entschlossen sagte, wir gehen zurück, war ein Widerspruck zwecklos.

Via das Okanogan Gebiet (die Sonnenstube von British Columbia) und dem Manning Provincial Park ging es dann zurück nach Vancouver und von dort mit der Fähre nach Victoria auf Vancouver Island. Der Manning Provincial Park war sicher eines unserer Highlights, vor allem die unberührte Natur mit ihren Wäldern und wunderschönen kleinen Bergseen macht diesen Park einzigartig. Sogar einige gute Trails zum joggen bietete der Manning, was Chrigi natürlich gleich ausnutzte und sogar Pietsch zum joggen animierte. Um den Park von der Vogelperspektive bewundern zu können beschlossen wir 11.1 Kilometer und über 1000 Höhenmeter den Berg zum Frosty Mountain hinauf zu wandern. Glücklicherweise war es dan auf dem Gipfel nicht "frosty" wie der Name des Berges ihn beschreibt. Im Gegenteil, Chrigi gönnte Pietsch diesmal eine längere Pause unter strahlendblauem Himmel und bei wärmenden Sonnenstrahlen. Der Abstieg war dann wie immer ziehmlich mühsam und wir als auch unsere Knie waren heilfroh, als wir endlich wieder unseren Camper in die Arme schliessen konnten. Wow, das war wirklich superanstrengend und Chrigi legte sich neben dem Camper auf den Parkplatz und wollte sich nicht mehr bewegen....doch als Pietsch ihr dann ein Glacé spendierte, war sie schnell wieder auf den Beinen.

Victoria war dann ein bisschen ein Schock für uns, denn diese Stadt ist total auf den Tourismus ausgelegt und es wimmelt nur so von Souvenirshops und Anbieter von Adventurtours. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und haben eine dreistündige Whale Watching Tour gebucht. Auf der Tour haben wir einige Seelöwen gesehen, doch die Killerwale waren weit und breit nicht zu sehen. Also verliessen wir unser Zoodiac-Boot total unterkühlt und um 70 Dollar pro Person leichter...

Aber so leicht geben wir nicht auf und vielleicht unternehmen wir noch eine Tour in Tofino, mehr dazu jedoch im nächsten Bericht.

Bilder unserer ersten beiden Wochen sind hier zu finden.

28. August 2007

Rodeo, Reiten, wilde Tiere und Abschluss des Bauernlebens

Nun ist es also soweit und unser zweimonatiges Leben auf der Rinderfarm von Patricia Logan ist beendet. Die letzten Wochen haben wir  viel gearbeitet und uns durch viele "kanadische" Farmer Probleme durchgekämpft. Einerseits haben wir stundenlang Unkraut im Garten und auf der ganzen Farm gejähtet und anderseits haben wir Zäune geflickt, Holz gestapelt und mit dem zweiten Heuschnitt begonnen. Wie bereits früher einmal geschrieben, führt Patricia eine biologische Farm, d.h. sie verwendet keinerlei Pestizide oder Dünger und dadurch muss alles Unkraut von Hand "vernichtet" werden. Vor allem importiertes Unkraut macht ihr zu schaffen, da diese alle anderen Pflanzen im Umfeld keinerlei Überlebenschancen geben. Das schlimmste Unkraut ist die Burdoch-Staude. Sie wird bis zu 2 Meter gross, sticht überall und ist klebrig..... War das ein Kampf, bis wir alle abgeschnitten und gestapelt haben. Aufgrund des derzeitigen Feuerverbots (infolge Trockenheit) wurde das 1. August-Feuer aufgeschoben und die Pflanzen warten auf ihren endgültigen Tod. Im Garten mussten wir die Karotten und Kartoffeln unter dem vielen Unkraut richtig suchen...

Aber da gab es ja auch noch viel schönes auf dieser Farm. Unsere Ausflüge haben uns zu den Rodeos von Gallaway und Cranbrook geführt. Das kleine und familiäre Rodeo in Gallaway war der absolute Hammer. Einerseits waren die Reiter zweitklassig und flogen regelmässig in hohem Bogen von den Pferden und Bullen und anderseits zögerten die Zuschauer nicht, den Speaker lauthals zu korrgieren, falls dieser den Namen eines Teilnehmers falsch aussprach.. text_cool_skyblue.gif Genial war, dass man problemlos einen Sitz in der ersten Reihe fand und somit hautnah am geschehen teilnehmen konnte. Das Rodeo in Cranbrook war von den Teilnehmern besser besetzt, aber irgendwie fehlte das gewisse etwas - dafür gab es Bier. Unglaublich, wie sich die Kanadier ihre Alkoholgesetze umsetzten. Da ging doch Pietsch an die Kasse, erwarb 4 Bons für 4 Biere, bekam dann am nächsten Schalter aber nur deren 2. Er musste also mit der Hälfte zurück zu den anderen, zurück zum Bierschalter und der nette Mann kannte ihn bereits und hielt ihm die beiden verbleibenden Canadiens bereit... Hauptsache es gab was zu trinken. Der abendliche Tanz mit Countrymusik war dann eher langweilig und war von den alkoholisierten Tänzern geprägt. Kein Wunder haben wir uns um 23.00 Uhr verabschiedet und haben uns bei Tim Horten's noch eine Schachtel Timbits für den Heimweg besorgt...

Chrigi konnte in den letzten Wochen ihre Freude an den Pferden so richtig ausleben und konnte auf der Alp Kühe jagen und einen abendlichen Ausritt geniessen. Da leider im Pferdetransporter nur Platz für 2 Pferde ist, war Pietsch gezwungen, jeweils zu Fuss zu gehen, was ihm ja eigentlich nicht ungelegen kam. Als es dann aber einmal so richtig zu regnen begann und man sich entschieden hatte, etwas schneller zurückzukehren, musste er sich richtig bemühen, den Pferden über Stock und Stein zu folgen. Und da passierte es auch! Auf einem nassen Stein ist er ausgerutscht und fiel zu Boden. Zum Glück konnte er sich gerade noch retten, so dass er nicht auf dem spitzigen Stein aufschlug, doch leider war neben diesem Stein ein grosser und feuchter Kuhfladen.... Details werden hier nicht erwähnt. Gut nur, dass gleich daneben der Bullriver war und Pietsch sich im eiskalten Fluss ein Bad genehmigen konnte.....

Rehe gibt es hier zu Hauf und einen Elch und diverse Bären haben wir auch schon gesehen. Der Höhepunkt war dann aber sicher der Moment, als Pietsch auf dem täglichen Gang zum See einen Braunbären erblickte. Ohne irgendwelchen Schutz war er nur ca. 50 Meter von ihm entfernt. Zuerst schaute er ihm hinter einem Baum versteckt zu, wie er sich genüsslich an einem jungen Baum zu schaffen machte, doch mit der Zeit wurde es ihm schon etwas mulmig und mit lautem pfeifen (singen hielt er aufgrund seiner Gesangsfähigkeiten für die schlechtere Variante) machte er auf sich aufmerksam, so dass der Bär wusste, dass jemand da ist. Mit schnellen Schritten machte er sich dann von dannen.

Jetzt beginnt dann unser Trip endgültig und wir holen in Calgary unseren Camper ab und bereisen dann zuerst den Westen von Kanada, bevor es dann ende September in den Osten geht.

Für die Bilder unserer letzten Wochen auf der Silvertip Ranch klicke auf diesen Link.

8. August 2007

Day Off, Huckleberry-Picking und Camping

Jetzt sind wir schon 5 Wochen auf der Farm und unsere Hände haben das zierliche Aussehen von Bürofingern schon längstens verloren. Aber das wollten wir ja schliesslich auch. Heute haben wir die letzte Ladung Heu ins trockene gebracht und deshalb gönnen wir uns heute ein kühles Bierchen.

Bis heute hatten wir erst einen einzigen Tag frei, an welchem wir nicht arbeiten mussten. Jawohl, richtig gelesen, sogar Sonntags waren wir um 7 Uhr auf den Beinen und haben die Bewässerungsanlage neu ausgerichtet und um 8 Uhr war jähten im Garten angesagt. Der wöchentliche Trip nach Cranbrook (zwecks Wocheneinkauf) ist die einzige Abwechslung vom harten Farmeralltag.

An unserem freien Tag haben wir uns entschieden, nach Jaffray zu gehen und dort eine Runde Golf zu spielen (in Kanada kennen sie weder eine Platzreife noch irgendwelche Kleidervorschriften). Die Frage war nur, wie kommen wir nach Jaffray??? Jaffray liegt ca. 25 km von der Farm entfernt und ein Auto haben wir nicht. Wir entschieden uns deshalb, es per "Daumen hoch" zu versuchen. Wir liefen also los und spazierten ca. 30 Minuten, bis das erste Auto an uns vorbei fuhr... Aber zum guten Glück hatte der Fahrer, ein Deutscher, welcher von 30 Jahren nach Kanada ausgewandert ist, ein Herz für Fussgänger und nahm uns mit. Der gute Mann hätte eigentlich nach Cranbrook (in die andere Richtung) müssen, doch entschied er sich uns auf den Golfplatz zu fahren.... Was für ein Glück!!! Und man glaubt es kaum, so ging es mehr oder weniger den ganzen Tag weiter. Wir fanden immer wieder jemand der uns mitnahm und eine nette Schauspielerin aus Banff fuhr uns auf dem Rückweg sogar vor die Haustüre. Ausser golfen haben wir noch das unscheinbare Dörfchen von Wardner besichtigt und im einzigen Laden im Dorf eingekauft. Aber eigentlich hat uns an diesem Tag das Ausschlafen am Besten gefallen. :-)

Am letzten Freitag ging es ab in die Berge um Huckleberries zu pflücken. Ich weiss nicht, ob es diese Beeren in der Schweiz auch gibt, aber sie sehen ähnlich aus wie Blaubeeren und können nicht gezüchtet werden, da sie nur in den Bergwäldern wachsen und deshalb als Delikatesse gelten. Das grösste Geheimnis eines Kanadiers ist es deshalb, "seinen" Strauch, welcher natürlich die besten Beeren abwirft für sich zu behalten. Die Familie Logan nimmt also niemanden aus der Region an ihren Platz mit, denn sonst weiss ja jeder wo es die besten Beeren gibt. Chrigi und ich waren eigentlich sehr erfolgreich. Während Chrigi nur die schönen und grossen Beeren pflückte, ramschte ich alles zusammen, was wie ein Huckleberry aussah. Entsprechend musste ich zuhause aussortieren. Trish (unsere Farmerin) zauberte noch am selben Abend ein wunderbares Huckleberrypie aus dem Ofen - so ein Stück Kuchen schmeckt halt schon sehr fein...

Das vergangene Weekend haben wir dann so richtig in den Rocky Mountains verbracht. Jim (Trish's Vater) begleitete uns auf einen dreitägigien Campingtrip zum Table Rock. Wir fuhren also mit dem Truck 2 Stunden dem Bullriver entlang flussaufwärts und starteten von da an unsere Expedition. Es muss noch gesagt werden, dass weder Pietsch noch Chrigi Erfahrungen im wilden campen haben, geschweige denn, jemals mit Zelt und Schlafsack im Rucksack in die Berge sind. Der Table Rock liegt in einem Becken umrahmt von riesigen Berggipfeln. Der Weg dorthinein führt also über einen dieser Berggipfel. Der Aufstieg war sehr beschwerlich und verlangte von uns beiden alles ab. Nur schon ohne Rucksack wäre dies eine Herausforderung gewesen, mit Rucksack war alles noch schwerer. Die Rast auf dem Gipfel entschädigte jedoch für vieles. Bis wir dann unseren Rastplatz eingenommen hatten, war es dann schon fast dunkel und nach dem Essen verzogen wir uns bald einmal ins Zelt. Verdammt war das eine kalte Nacht - wir hätten doch besser Schlafmatten mitnehmen sollen.... :-)

Am zweiten Tag machten wir uns auf den Weg, einen anderen Gipfel zu besteigen und in einen anderen Kessel in diesem wunderschönen Bergmassiv zu besichtigen. Jim zeigte uns immer wieder, was die Berge so alles zu bieten haben. Er kennt viele Pflanzen und Tierspuren und so konnte er uns immer wieder wilde Tiere zeigen, welche in diesem Gebiet leben (v.a. Rehe, Waipitihirsche und Mountain-Goats). Bäre haben wir leider keine gesehen, aber aufgrund der frischen Fussspuren musste ein ziemlich grosser Grizzly in der Nähe sein - er blieb jedoch die ganze Zeit in seinem Versteck. Die zweite Nacht hatte unser Zelt den Härtetest eines Gewitters zu bestehen. Dass Chrigi und ich noch weniger als in der ersten Nacht geschlafen haben, versteht sich von selbst, obwohl wir eine Schicht Kleider mehr am Körper trugen. In den Bergen ist es wirklich kalt, wenn die Sonne nicht scheint!

Den Rückweg haben wir dann über einen anderen Gipfel gewagt, welcher uns Zwang ca. 100 Meter auf dem Grat zurückzulegen. Das war manchmal schon eine Mutprobe, denn wer weiss, was passiert wäre, wenn wir einen Fehltritt gemacht hätten... Es ging aber alles gut und am Abend waren wir dann wieder sicher zurück auf der Farm. Dieser 3-Tages-Tripp war bis jetzt sicher der Höhepunkt unserer Reise und wir wissen nun wieder, wie schön es ist, ein warmes Bett und ein festes Dach über dem Kopf zu haben.

Bilder unserer Ausflüge gibt es hier

18. Juli 2007

Verurteilt wegen 100facher vorsätzlicher Tötung

Nach einer 15-stündigen Busfahrt erreichten wir unser nächstes Ziel Cranbrook, wo uns Patricia (Farmerin der Silvertip Ranch) bereits erwartete. Unsere ersten Vorstellungen hatten sich bereits bewahrheitet.....mit einem richtigen Pickup-Truck nahmen wir den letzten Teil unserer Reise in Angriff zur Silvertip Ranch. Dort angekommen machte sich die erste kleine Enttäuschung bemerkbar. Wir sahen keine grosse Farm mit vielen hightech Maschinen und hunderten von Kühen  vor uns, sondern ein kleines Holzhaus mit ein paar wenigen Tieren auf der Weide und zwei uralten Traktoren, welche, wie sich später herausstellte, an allen Ecken und Enden defekt sind. War das alles???? Und überhaupt, wo war der Rest der von uns erwarteten Farmerfamilie? Tja, falsch von uns erwartet, die Silvertip Ranch ist ein "one-woman-Betrieb" mit Patricia als Farmerin. Der nächste Schock lies nicht lange auf sich warten, wo war die Dusche? In den nächsten 2 Monaten müssen wir auf eine Dusche verzichten.....doch keine Angst wir haben uns seit unserer Ankunft täglich in einer Badewanne in knöchelhohem warmen Wasser gewaschen. Wenn wir Wert auf warmes Wasser legen, können wir leider nicht mehr Wasser in die Badewanne einlaufen lassen. Also nichts mit einem schönen Schaumbad. Der erste Schock war verdaut und wir gewöhnten uns langsam an unser neues Domizil für die nächsten 2 Monate.

Was uns hier aber wirklich stört sind die unzähligen Moskitos - WIR HASSEN MOSKITOS. Gemäss Farmerlatein verschwinden diese dann im August, doch bis dahin heisst es entweder gestochen zu werden oder langarm Shirts und Hosen zu tragen... Am Anfang war es wirklich schlimm und die Stiche wuchsen zu riesigen Beulen am ganzen Körper, doch zwischenzeitlich sind unsere Körper mit Gift vollgepumpt, so dass die Moskitos nur noch kurz zustechen und dann ein anderes Opfer sprich andere Touristen oder Neuankömmlinge suchen. Schweizer Insektenmittel sind übrigens absolut unwirksam und so haben wir uns bald lokale Mittel besorgt und laufen regelmässig mit Moskitohüten herum..... Wir haben den Kampf aber aufgenommen und töten alles was wir kriegen, v.a. diejenigen welche sich in unser Schlafgemach wagen müssen dran glauben!

Nun ging es los mit Farmarbeit. An allen Ecken und Enden wartete Arbeit auf uns, nicht nur die Schönen und Beliebten. Neben Felder bewässern, Heuballen im Schopf stappeln (da braucht man kein Fitnesscenter mehr), Maschinen oelen und fetten, im Bergfluss Dämme bauen, damit genug Wasser zur Farm kommt und Zäune reparieren heisst es auch Unkraut jähten im Garten (Christins liebste Freizeitbeschäftigung....).

Im Moment ist gerade Hochsaison im heuen und da Pietsch bereits Erfahrungen mit Traktorfahren mitgebracht hat, übernahm er bald den Job das abgeschnittene Gras mit einem fast scheintoten Traktor jeweils "z'mäddle". Christin musste sich noch ein wenig gedulden, bis sie ihre ersten Erfahrungen in ihrem Leben mit einem Traktor machen durfte. Doch nach ca. 2 Wochen war es soweit und sie setzte sich voller Ehrfurcht auf das klappernde Gerät. Ganz gut meisterte sie ihre Aufgabe und fuhr so ihre Runden.

Eines der bisherigen Highlights ereignete sich 1 Woche nach unserer Ankunft. Am Freitagabend starteten wir den sogenannten "caddle drive" (Alpaufzug) mit den ca. 80 Kühen, Kälbern und Stieren. Insgesamt beinhaltete dieses Ereignis 33 Kilometer marschieren in 10 Stunden verteilt auf 3 Tage. Für uns war das ein sehr spezielles und interessantes Erlebnis und wir haben viel über Kühe und deren Verhalten gelernt. Aber es war auch anstrengend, denn nicht immer alle Kühe wollten brav der Strassen folgen, sondern verabschiedeten sich jeweils in den Wald. Dann hiess es hinterher rennen und die Tiere wieder auf die Strasse zurücktreiben.

Erst 2 Wochen sind seit unserer Ankunft vergangen und doch sind wir bereits voll drin im Farmerleben. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit hier und erwarten mit Spannung, was unsere nächsten Aufgaben sein werden. Sicher werden wir körperlich als auch menschlich immer wieder auf eine neue Herausforderung stossen.

Hier noch einige Infos für die Farmer unter den Lesern: Die Silvertip Ranch umfasst ca. 137 Hektaren Land, welches vorwiegend Wiesen und Wald umfasst. Die Felder sind so unterteilt, dass man ca. 20 Minuten braucht, um mit der Ballenpresse rundherum zu fahren. Man verbringt also locker 4 Stunden auf dem selben Feld, um das Heu zu pressen. Damit die Kühe im Winter durchgefüttert werden können, werden ca. 9,000 Heuballen benötigt, welche mehrheitlich mit einem Ballenlader direkt in den Schopf gefahren werden können. Die obersten Lagen (je nach Höhe des Daches zwischen 4 - 10 Lagen) müssen jedoch mühsam von Hand gestapelt werden. Die Tiere bewegen sich den ganzen Tag im Freien und haben einen riesigen Auslauf (nicht nur auf der Alp).

So, genug von unserem ersten Erfahrungen als kanadische Farmer - zu den Bildern unserer ersten beiden Wochen geht es hier.

9. Juli 2007

Endlich beginnt unser Abenteuer

Unsere "Weltreise" begann alles andere als optimal. Pietsch wusste nichts besseres zu tun, als am Mittwochabend die Bänder im rechten Fuss (an)zureissen und eine sechswöchige Sportpause verdonnert bekam. Anyway, am Montagmorgen ging es los und die Farewell-Party am Flughafen hat uns sehr berührt. Danke nochmals allen, die erschienen sind.

London Heathrow ist der absolute Horror. Wir hatten zwar genügend Zeit umzusteigen, trotzdem wurde es knapp, denn 3 Security Checks sind einfach zuviel.... In Vancouver angekommen, fehlten unsere beiden Rucksäcke.... Als wir dann vom Lost Baggage Schalter am Montagabend eine Kreditkarte mit £70 Pfund erhalten haben freuten wir uns natürlich und dachten, das Gepäck komme am nächsten Tag. Doch weit gefehlt. Als unser Gepäck am Freitagmorgen immer noch nicht bei uns war, entschieden wir uns die Sache selber in die Hand zu nehmen und höchstpersönlich am Flughafen vorbeizuschauen. Telefonisch wurde man ja nicht bedient... Als uns dann mitgeteilt wurde, dass British Airways keine Ahnung habe, wo unser Gepäck sei (das wussten wir schliesslich schon vom automatischen Telefonbeantworter), wurden wir etwas unfreundlich und entschieden uns, nicht mehr vom Schalter zu weichen, bis etwas geschehe. Die Kolonne hinter uns wurde immer länger, die Dame am Schalter etwas ungeduldiger, aber immer noch freundlich. Sie bemühte sich wirklich uns zu helfen (grosses Lob!!) und verschwand immer wieder irgendwo bei der Gepäckabgabe. Schliesslich blieb uns aber wirklich nichts anderes übrig, als den Flughafen ohne Gepäck zu verlassen und uns in einem Shopping-Center neu einzukleiden und Hygieneartikel zu besorgen. Wir beschränkten uns auf ein Minimum und hofften, das Gepäck werde dann irgendwann mal auf die Farm geliefert... Als wir dann doch ca. CAD$ 400 ausgegeben haben machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel und freuten uns, mal andere Kleider anzuziehen. Und siehe da, das Gepäck war im Hotel..... Zu unserer Überraschung sogar mit einem zusätzlichen Schlafsack.... Irgend jemand wir wohl fluchen, ein Clochard in Vancouver hat jetzt jedoch einen guten Schlafsack!

Vancouver selber war brillant. Die Woche verging wie im Flug und wir konnten nicht mal alles machen, was wir uns vorgenommen haben. Der Tagesausflug nach Whistler war hervorragend und wenn dann die Winterolympiade 2010 im Fernsehen übertragen wird, wissen wir genau, wo was ist. Die Besteigung des Grouse Mountains am Nationalfeiertag haben wir uns etwas weniger bevölkert vorgestellt, aber oben angekommen waren wir trotzdem Stolz auf unsere Leistung (700 Höhenmeter auf 2.1km verteilt) und wurden mit einer Lumberjack Darbietung belohnt. Den Weg zurück haben  wir dann mehr oder weniger auf eigene Faust gesucht und mussten unten angekommen erstmal nachfragen, wo wir sind :-)

Für Fotos von unserer Zeit in Vancouver klicke hier oder gehe über unsere Galerie und dann auf Nordamerika usw.

25. Juni 2007 Abflug nach Vancouver und Beginn unserer 10 monatigen Reise durch Kanada, Argentinien, Australien und Asien

 

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